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 Es gibt zwei Möglichkeiten, mit dem "Test-A-Doo"
an den Bau eines neuen Didgeridoos heranzugehen. Die Erste: Ein guter Rohling
ist vorhanden und mit dem Testinstrument werden dessen Möglichkeiten vor dem
Bau überprüft. Die Zweite: Das "Test-A-Doo" wurde nach den persönlichen
Vorstellungen eingestellt und dann ein passender Rohling dazu gesucht. Ich
zeige hier die zweite Methode, d.h. alle Maße für das neue Instrument liegen
bereits fest.
Das Holz sollte möglichst hart und schwer sein. Gut geeignet sind
deshalb
Obsthölzer, Buche, Eiche, Ahorn etc.
In meinem Beispiel verwende ich einen relativ frischen Buchenast, den ich im
nahegelegenen Park gefunden habe. Bei der Baumpflege der Landschaftsgärtner
fällt immer was Brauchbares ab. Um dem Reißen des Holzes vorzubeugen, habe
ich die Rinde drangelassen und die Enden satt mit wasserfestem Holzleim
versiegelt. Bis zur Bearbeitung lag es dann wettergeschützt im Schuppen.

Frischer Buchenrohling mit Rinde
Die BearbeitungZuerst wird die Außenform grob angelegt. Dabei achte ich darauf, dass nicht
zuviel Material abgenommen wird - schließlich wird noch Spielraum für die
spätere Feinarbeit gebraucht. Die Länge bemesse ich großzügig ( auf beiden
Seiten mindestens 3 cm mehr als geplant ). Das erleichtert das spätere
Feintuning.


Grob vorbereitete und versiegelte Außenform
Frisches Holz wird jetzt komplett mit wasserfestem Holzleim versiegelt.
Dann geht's ans Aufsägen. Ich verwende eine japanische Handsäge mit feinem
Blatt - damit geht die Arbeit relativ mühelos voran und der Schnitt wird
fast so sauber wie mit einer Bandsäge. Nach dem Aufschneiden wird wieder
versiegelt.

Sauber geteilter Rohling
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Jetzt kommt die Hauptarbeit, bei
der es gilt, nicht zu schlampen. Mit Hilfe der Schablonen und
einer angezeichneten Zentimeter-Skala kann die Aushöhlarbeit
kontrolliert werden. Diese wird mit geeigneten Werkzeugen, z.B.
Stechbeiteln, erledigt. Besonders genau arbeite ich an den
Punkten, für die ich Schablonen habe. Die Räume dazwischen
arbeite ich so aus, dass keine größeren Unebenheiten |
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mehr zu sehen sind. Zwischendurch wird immer wieder versiegelt - zum
Schluß nochmal unter Zugabe von Erdpigmenten.
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Sind die Hälften exakt ausgehöhlt, wird sorgfältig verdübelt - das
verhindert zuverlässig Risse im Kontaktbereich.
Jedes Instrument verlangt nach einer individuellen Vorgehensweise -
dünnwandige Didjes können z.B. nicht verdübelt werden. |
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... dann werden die Hälften zusammengefügt.
Bei sauberer Arbeit lassen sich die Hälften passgenau zusammenfügen. Vor dem
endgültigen Verkleben wird die Kontaktstelle gereinigt. Dann wird satt
Holzleim aufgetragen. Abtropfender Leim wird innen und außen glatt
verstrichen.

Frisch verklebtes Roh-Didgeridoo mit Schlauchschellen.
Jetzt kommen Schlauchschellen zum Einsatz - ein großes Sortiment aller
möglichen Durchmesser ist sehr hilfreich. Damit werden die frisch verklebten
Hälften richtig unter Druck gesetzt. Bei frischem Holz müssen 1-2 Wochen 2x
am Tag die Schrauben der Schellen kräftig nachgezogen werden. Das ist
wichtig, weil nur so das evtl. noch arbeitende Holz in Zaum gehalten werden
kann.

Jetzt nur keine Hektik - Beim Tunen wird der gewünschte Klang
herausgearbeitet.
Nach 2 Wochen habe ich die Schlauchschellen kurzfristig entfernt, um das
erste Tuning vorzunehmen. Da ich das Instrument sicherheitshalber zu lang
(tief) angelegt habe, muß ich noch kürzen, um exakt an den gewünschten
Grundton und Overblow heranzukommen. Dabei gilt für diese Form die grobe Regel:
Kürzung im Mundstückbereich= stärker erhöhter Grundton und leicht erhöhter Overblow,
Kürzung im Bellbereich= stärker erhöhter Overblow und leicht erhöhter
Grundton. Mit Hilfe eines Stimmgerätes gehe ich wechselseitig in kleinen
Schritten vor und höre kurz bevor beide Töne erreicht sind auf. Danach
reduziere ich die Wandstärke des neuen Didgeridoos, wo es nötig ist. Das ist
der Punkt, an dem ein feines Ohr zum Tragen kommt. Dicke Wandstärken
schwingen wenig und ergeben meist einen trockenen Klang - bei traditionellen
Yirdakis keine Seltenheit. Dünne Wandstärken treten leichter in Resonanz mit
den Grund- und Obertönen und sorgen für einen weicheren, melodischeren Klang
- in einer entspannungsbedürftigen Gesellschaft die beliebtere Variante.
Während der Arbeit spiele ich immer wieder, um den Klang zu überprüfen. Wenn
ich fast zufrieden bin, lege ich erneut die Schlauchschellen an. Die
Wandstärke des neuen Didgeridoos ist jetzt einigermaßen optimiert - und die
Außenfläche von ihrer Versiegelung befreit...

Dann noch einige Wochen Ruhe bewahren ... ... ... ....
Das Holz kann unter dem Druck der Schlauchschellen jetzt in Ruhe
durchtrocknen, was aber aufgrund der geringen Wandstärke nur noch ca. 2-4
Wochen dauert. Da frisches Holz beim Trocknen schrumpft, müssen die Schellen
in Abständen von 12 Stunden nachgespannt werden. Sie können entfernt werden,
wenn sich mehrere Tage lang die Schrauben nicht mehr nachziehen lassen.
Was folgt ist der Feinschliff, um die Spuren der Schlauchschellen zu
entfernen und ein letztes Tuning. Beim Durchmessen mit dem Stimmgerät wird
dann auf die endgültige Länge gekürzt und ein Mundstück angesetzt. Dazu
verwende ich meist die Schale von dickwandigen Kokosnüssen - ein
ausgezeichnetes Holz.
Dann wird das Didgeridoo mit Propellerleim oder einem anderen wasserfestem
Leim gegen Klimaschwankungen versiegelt - innen zusätzlich mit Öko-Hartöl.
Natürlich können auch Öko-Klar-Lacke auf Balsamterpentinbasis verwendet
werden - da gibt es viele Rezepte. Entscheidend ist aber einzig eine harte,
wasserfeste Oberfläche.
Zuletzt wird die Außenfläche entsprechend persönlicher Vorliebe veredelt
bzw. bemalt. Als Finish hat sich Hartwachs bewährt - das ergibt einen
schönen matten Glanz.


... bis das gute Stück für sein erstes Konzert bereit ist.
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