Didgeridoo-Tuning

(tolles Bild)

von Kay Reimer

Wer sich für das Tuning von Didgeridoos interessiert und sich ein wenig umschaut, wird feststellen, dass eine "große mystische Aura des Geheimnisvollen" dieses Thema umgibt. So mancher angehende Didgebauer hat erstmal ein Fragezeichen im Kopf, wenn es um die notwendigen Arbeitsschritte geht.

In meiner Didgeridoobau-Praxis konnte ich seit 1991 zahlreiche Erfahrungen sammeln, die ich hier zusammenfassend vorstellen will. Ich zeige die Möglichkeiten auf, mit denen ein vorhandener Didgeridoo-Rohling durch Materialabnahme (teilweise auch durch Materialaufbau) klanglich optimiert werden kann. Dabei kann es sich auch einfach um ein weniger gelungenes Instrument (z.B. Touri-Didge) handeln, das noch verbessert werden soll.

Das Tuning gehörte schon immer zum Herstellungsprozess von Didgeridoos.  Dabei spielte die subjektive Vorstellung vom optimalen Klang eine wichtige Rolle. Ohne diese Vorstellung, würde der Didgebauer kein Ziel haben, auf das er konkret hinarbeiten könnte. Wichtig ist aber auch, daß er weiß, was mit dem Rohling machbar ist.

Und so geht's:

1. Analyse/Definition des Problems

2. Definition des Tuning-Zieles und Abschätzung des Potenzials des Rohlings

3. Durchführung der einzelnen Arbeitsschritte

3a. Methoden / Werkzeuge

3b. Auswirkung von Innenformveränderungen

3c. Auswirkung von Aussenformveränderungen

 

1. Analyse/Definition des Problems

Punkt 1. - Du solltest erstmal wissen, was Dir am Sound nicht gefällt, bevor Du über Tuningmaßnahmen nachdenkst.

Kontrolliere vorab den Rohling auf Schäden, um sicherzustellen, dass nicht z.B. Risse die Ursache des Klangproblems sind.

Dann teste (spiele) den Rohling ausgiebig. Notizen über "Mängel" beim Gegendruck, Spielverhalten oder dem Klang sind ebenso nützlich, wie ein FFT des Klangspektrums, das mit Hilfe geeigneter Software (z.B. Gram) angefertigt werden kann. Die Frequenzen des Grundtones und des 1. Overblows solltest Du genau messen. (Das gilt auch für das spätere Tuning, denn so werden Veränderungen objektiv dokumentierbar.) Man kann zwar auch nach Gehör tunen, aber ein FFT oder Messungen mit einem Stimmgerät sind meist genauer.

A. Grundton ist zu hoch oder zu tief - dieses Problem hat z.B., wer gezielt einen bestimmten Grundton bauen will, z.B. um im Konzert mit anderen Instrumenten gemeinsam harmonisch spielen zu können. Grundton verändern

B. Der 1. Overblow soll höher oder tiefer liegen - eine Geschmacksfrage. Manche bevorzugen einen 1. Overblow, der einen Ton über der nächsten Grundtonoktave liegt, andere wollen eine glatte Oktave, oder einen tieferen Overblow. Overblow verändern

 C: Die Spielbarkeit soll verbessert werden - die Luft suppt einfach weg, der Ton reißt leicht ab, der Overblow ist schwer anspielbar, die Stimme kommt kaum durch ... (nicht zu verwechseln mit ähnlichen Problemen, die durch mangelnde Spielpraxis bedingt sind) Spielbarkeit verändern

D. Der Klangcharakter soll verändert werden - das Instrument klingt  "mumpfig"?, "rasselnd"? oder gar "quäkig"? ... mehr Brillanz wäre wünschenswert? ... oder, für die Spezis, ... vielleicht soll der fünfte Oberton besser rauskommen?  Klangcharakter verändern

Der letzte Punkt ist zugegebenermaßen schon recht abgehoben, dient aber als Beispiel für die Vielfalt der Tuning-Möglichkeiten.

2. Definition des Tuning-Zieles und Abschätzung des Potenzials des Rohlings

Wichtig ist die Abwägung, ob der Zweck die notwendigen Mittel heiligt. Man sollte das Didge auf keinen Fall "verstümmeln". Manchmal ist es besser, ein nicht passendes Instrument erstmal in die Sammlung zu stellen. Vielleicht hat es genau den perfekten Wunschklang von Jemandem, der nächste Woche vorbeikommt ...

Aber vielleicht ist die Entscheidung gefallen und Du weißt genau, in welche Richtung Du tunen willst! Jetzt gilt es, den Rohling auf die entsprechenden Tuning-Möglichkeiten zu überprüfen. Ist z.B. das Holz dick genug, um das Bell im hinteren Bereich für den gewünschten tieferen Overblow zu erweitern? Läßt sich z.B. die Seele des Didges im Anblaßbereich noch erweitern, um den Sound "weicher" zu machen oder den Grundton abzusenken? 

Sicherlich ist nur ein begrenzter Teil der Tuning-Möglichkeiten anwendbar - mit keinem Rohling kann man alles machen! Die Kenntnis der Tuning- Regeln (Punkt 1.) ist die Voraussetzung für eine realistische Abschätzung der Möglichkeiten, die in einem Rohling stecken. 

3. Durchführung der einzelnen Arbeitsschritte

3a. Methoden / Werkzeuge

3b. Auswirkung von Innenformveränderungen

3c. Auswirkung von Aussenformveränderungen

Hier geht es zur Sache! Um einen einigermaßen repräsentativen Querschnitt an Tuningmöglichkeiten zu zeigen, zeige ich Längsschnitte von unterschiedlichen Rohling-Formen mit jeweils dem gleichen Tuning-Ziel. Grüne Änderungen sind recht einfach und praktisch zu bewerkstelligen - Gelbe dagegen sind nichts für Ungeübte und Rote sind nur zähen Hardcore-Bastlern zu empfehlen ...

Also, los geht's ...

Grundton höher

Grundton tiefer

Overblow höher

Overblow tiefer

Klang weicher

Klang härter

(Bild - 3 typische Problemdidges - mit kurzer Beschreibung der Probleme)

WANDOO Didgeridoos are tuned, when possible, to the base note that best matches the individual instruments natural resonance.

Wandoo is happy to offer you some professional advice on how to tune your Didgeridoo but let's start with a word of caution:  any wood removed from your Didge is gone forever so don’t rush and think before acting.

Don't try to tune a Didgeridoo freshly cut as the sound will change with the seasoning of the timber.

Shape the no playing end of your Didge first.

Make sure the inside of your Didge is clean and free from any obstruction. (looking in your Didge toward the sun can help to detect some obstructions)

Make sure your Didge doesn't leak air, (check for cracks or holes by filling your Didge with water with one end plugged.)

With the help of a chromatic tuner check the base note of your Didgeridoo.

By carefully cutting  slices out of your Didge you will move the base note up.
 

Tuning (engl.:Abstimmung, Feineinstellung)

Im Didgeridoobau das klangliche Abstimmen eines Didgeridoos zur Erzielung einer bestimmten klanglichen Gesamtcharakteristik. Im Gegensatz zum Stimmen umfassen die Anglizismen Tunen oder Feintunen im Sprachgebrauch der Didgeridoo-Bauer nicht nur die Abstimmung der Tonhöhe, sondern auch die Ausarbeitung bestimmter klanglicher Eigenschaften wie z.B. Resonanz, Obertöne u.a.

Zu den Maßnahmen des Tuning gehören beispielsweise:

  • Kürzen des Instrumentes
  • Ausarbeiten der Bell
  • Herunterarbeiten der Wandstärke
  • Einarbeitung von Unebenheiten
  • Versiegelung und/oder Lackierung (Änderung der Materialhärte, des Oberflächenverhaltens)

Yolngu craftsmen do not place much emphasis on tuning an intrument. Instead, much time is spent on seeking an appropriate tree to harvest to make into a didgeridoo... a suitable tree with the correct dimensions and shape will be in tune if cut in the right place and of the right length. Occasionallly, a craftsman will cut short lengths from either end of the finished instrument to raise the note of the fundamental key of the drone.
 

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