Vermessung der Innenform von Didgeridoos

Der spezielle Klang von besonders guten Dideridoos hängt von deren
Innenform und dem Resonanzverhalten des Holzes ab. Um die Innenform eines
Instrumentes genau kennenzulernen, reicht oft der Blick mit der Taschenlampe
nicht aus - zu leicht verschätzt man sich bei den Maßen und manchmal ist der
freie Durchblick einfach nicht möglich.
Mit meiner Vermessungsmethode ist die Bestimmung des Innendurchmessers an
jeder Stelle des Didgeridoos möglich.
Das Prinzip ist einfach: Das Didgeridoo
wird nach und nach mit Wasser gefüllt und währenddessen immer wieder der
Füllstand gemessen. Aus dem Volumen des eingefüllten Wassers und der Höhe
des jeweils neuen Füllstandes läßt sich der Radius des entsprechenden
Meßabschnittes exakt ermitteln.
Und so gehe ich vor:
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Erstmal schließe ich das Mundstück mit einer heißen Wachsplatte
(zusätzlich mit Plastikfolie und Tape gesichert) und schütte es mit
Wasser voll, um das Holz mit Feuchtigkeit zu sättigen und die
Dichtigkeit zu überprüfen.
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Dann wird das Didgeridoo (entleert) mit dem Bell nach oben senkrecht an
einem Tisch befestigt.
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Mittels einer Spritze drücke ich 20 ml Wasser hinein.
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Nun messe ich den Füllstand mittels eines 5 mm Aluminiumrohres,
durch das ich 2 Kabel geführt und befestigt habe. Die Enden der Kabel
schauen minimal aus dem Rohr heraus. Auf der anderen Seite des 1,8 m
langen Rohres hängen die beiden Kabel etwa 2 m heraus und führen zu
einem Widerstandsmessgerät (ist oft Teil des Funktionsumfanges simpler
Voltmeter).
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Außen auf dem Rohr
habe ich eine Millimeterskala angebracht. Wenn die offenen Enden der Kabel
eine Wasseroberfläche berühren, fließt Strom, was zu einem Signal im
Meßgerät führt.
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Ich stecke also das Meßrohr in das Didgeridoo soweit hinein, bis das
Messgerät ein Signal gibt. Ein über die Öffnung des Didjes gelegtes Lineal
erleichtert das Ablesen der Skala auf dem Meßrohr. Der gemessene
Füllstand wird notiert.
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So geht es nun weiter - 20 ml Wasser rein, Füllstand messen, notieren
- bis das Instrument voll ist. Falls offensichtlich größere
Strecken des Instrumentes den gleichen Innendurchmesser haben, erhöhe
ich die eingespritzte Wassermenge auf jeweils 50 ml.
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Nun habe ich eine Liste mit Füllstandhöhen und den dazugehörigen
Einfüllvolumen. Der Abstand zwischen zwei
Messungen ergibt die Füllhöhe. Aus diesen Werten lasse
ich dann von Excel für jeden Messabschnitt den
Durchmesser berechnen.
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Unrunde Schnittflächen sind schon etwas schwieriger
zu rekonstruieren.
Dazu führe ich ein weiteres Alurohr mit einer Glühbirne am Ende in das Didgeridoo
ein - auch dieses Rohr hat eine Skala mit deren Hilfe ich festhalten
kann, an welcher Stelle des Instrumentes sich die Glühbirne gerade
befindet.
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Wenn ich in das Instrument schaue, sehe ich im Idealfall komplette mehr
oder weniger runde Lichtringe, die ich fotografiere und in einem Grafikprogramm dem an dieser Stelle
zuvor gemessenen Schnittflächeninhalt angleiche. Klingt aufwändig und ist es auch - es lohnt sich aber,
da ich ein nahezu deckungsgleiches Bild mit einer Computertomografie erhalte - die ich mir so sparen kann.
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Auf jeden Fall weiß ich nach alldem genau, welche Innenform für den
tollen Klang des untersuchten Didgeridoos hauptverantwortlich ist -
und das ist doch schon mal was!
Näheres zur Vermessungsmethode ist in dem neuen Buch "Das Didgeridoo
Phänomen" nachzulesen.
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