Simulation von Klangspektren komplexer Didgeridoo-Innenformen
von Dr. Frank Geipel
MotivationJeder fortgeschrittene Didgeridoo-Spieler hat sicher schon die Erfahrung gemacht, dass die Klangcharakteristiken (Overblowreihe, Timbre, ...) und die Spielbarkeit (Gegendruck, Anspielbarkeit, ...) wesentlich von der Innenform der Didgeridoos beeinflußt werden. Ich kenne viele Didgeridoo-Spieler, die aufgrund dieser Erfahrung auf der ständigen Suche nach ihren idealen Klang- und Spielbarkeit-Vorstellungen sind. Oft ist diese Suche sehr ernüchternd, da von den auf Didgeridoo-„Märkten“ angebotenen Instrumenten nur wenige die eigenen Vorstellungen voll erfüllen. Oft sind diese Unikate auch sehr teuer.
Über handwerkliche Techniken beim Didgeridoo-Bau kann man sich in der Szene (soweit zugänglich) umfassend informieren. Da ich mit dem Material Holz arbeiten wollte, standen für mich die Sandwichmethode ( von Eddy Halat, Stefan Thiel, Jan-Ole Haber, Kay Reimer, u.a. praktiziert) oder die Bohrmethode (von Walter Strasser, Johannes Schildkamp, u.a. in verschiedenen Variationen praktiziert) zur Wahl. Leider habe ich bis jetzt noch nichts über „dressierte Termiten“ in Mitteleuropa gehört. So interessant auch die von einigen Baukünstlern praktizierte Bohrmethode ist, entschied ich mich für die einfachere Sandwichmethode, da mit dieser wesentlich komplexere Innenformen praktisch realisierbar sind. Während Recherchen zu diesen Methoden lernte ich neben anderen interessanten Didgeridoo-Bau-Künstlern den Test-A-Doo Experimentator Kay Reimer kennen, dessen akustische Experimente mich sehr beeindruckten. Nach seiner Web-Anleitung baute ich dann auch mein erstes eigenes Holz-Didgeridoo.
2) Baumaterial Holz
Bei Recherchen zu diesem Thema sind leider nur für einfache zylindrische und
exakt konische Rohrformen geeignete mathematische Lösungsansätze zu finden
(Tafel 1 und 2).
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