Holz-Daten

Die hier zusammengestellten Holz-Daten können Hobbybastlern zur
Unterstützung der Holzauswahl dienen. Für die Richtigkeit übernehmen wir
keine Gewähr. Es sind gerundete Mittelwerte aus verschiedensten Quellen
(z.B. Datenblätter, alte Tabellenbücher, im Internet gefundene Daten,
mündliche Auskünfte, eigene Aufzeichnungen und Berechnungen). Einige
wenige fehlende Daten wurden z.T. auf Basis eigener Holzproben
geschätzt. Es wurden nur Arten mit einer Roh-Dichte >500 kg/m³
aufgenommen.
Um die Eigenschaften europäischer Arten mit australischen Eukalyptusarten zu vergleichen, sind in den rotbraun markierten Zeilen einige australische Eukalyptusarten hinterlegt. Da für die typischen von Termiten ausgehöhlten Arten keine Materialdaten verfügbar waren, sind in dieser Tabelle einige Eukalyptusarten, die z.T. als „Bauholz“ verwendet werden dargestellt. Diese sollten sich in den Holzeigenschaften z.T. nur unwesentlich unterscheiden.
Die gelb markierten Zeilen zeigen südeuropäische und die grün markierten Zeilen mitteleuropäische Holzarten.
 

Beschreibung der Eigenschaften:

Darr-Dichte: Dichte des trockenen Holzes

Roh-Dichte: Dichte des gefällten oder gelagerten Holzes mit Restfeuchte

E-Modul: Elastizität (Wie weit kann Holz elastisch ohne bleibende Formänderung verformt werden.)

Schallgeschwindigkeit: Berechnete/geschätzte Schallgeschwindigkeit
(aus E-Modul und Dichte) im Material Holz

Härte: Welche Kraft setzt das Holz einem eindringenden Fremdkörper entgegen.

Schwund: Prozentuale Änderung der tangentialen und radialen Abmessungen beim Trocknen von Holz. Die ebenfalls dargestellte Differenz aus tangentialem und radialem Schwund kann als Maß für die Neigung zur Rissbildung herangezogen werden. D.h., Holz das in tangentialer Richtung wesentlich mehr schwindet als in radialer Richtung muß reißen oder sich stark verziehen.


Einfluß der Eigenschaften auf den Klang:

Je dichter und härter das Holz (hohe Steifheit), um so weniger werden die Resonanzen der Luftsäule im höheren Frequenzbereich gedämpft. Der Klang wird klarer, obertonreicher und „härter“.
Es bilden sich weniger Material-Resonanzen in tiefen Frequenzbereichen aus.

Bemerkung zur Wandstärke:
Bei harten Hölzern führt eine Verringerung der Wandstärke zusätzlich zu einer verbesserten Ausprägung von Materialresonanzen im höheren Obertonbereich. Dadurch wird dort mehr Schallenergie abgestrahlt, was bei gleicher Grundstimmung zu einem deutlich höheren Timbre (Klangcharakteristik) führen kann.
Vorsicht bei zu weichen Hölzern! Hier kann eine zu geringe Wandstärke zu Schallabsorption durch das Material führen und eine „muffige“ Klangcharakteristik entstehen.
Hier ist die Kunst und Erfahrung des Didgebauers gefragt je nach Grundstimmung und Holzart diese zusätzlichen Materialresonanzen herauszuarbeiten. Durch das Abtragen von Material an vorher experimentell bestimmten Stellen außen vom Didgeridoo kann z.T. eine Anpassung der Holzeigenresonanzen an bestimmte Obertöne erfolgen. -> Holzresonanztuning (folgt) .


Je höher die Schallgeschwindigkeit im Material Holz, um so schneller reagiert das Material auf Klangänderungen. D.h., das Ansprechverhalten wird besser.

Trotz des Einflusses der Holzeigenschaften auf den Klang spielen die Form und die Resonanzen der schwingenden Luftsäule die wesentlich wichtigere Rolle bei der Ausprägung der Klangcharakteristik!

Bemerkung zur Rauhigkeit der Innenoberfläche:
Je glatter und härter die Innenoberfläche im mikroskopischen Bereich ist (z.B. statt Grobschliff eine harte Lackierung), um so weniger wird die Schallenergie der höheren Obertonschwingungen der Luftsäule durch Reibung gedämpft. Die Klangcharakteristik wird analytischer und klarer. Zum Teil leidet aber dadurch die Ausprägung eines typischen weichen erdigen Klangescharakters. Ein Nebeneffekt dieser visko-elastischen Effekte an rauhen unbearbeiteten Oberflächen kann dazu führen, dass die klingenden Töne nach dem Polieren und Härten der Innenoberfläche bis zu ca. 1-5% höher werden.
Die Ausprägung der Innenoberfläche im nichtmikroskopischen Bereich (z.B. grobe Beitelspuren) spielt physikalisch eine eher untergeordnete Rolle. Wenn die Schwingungsamplitude eines bestimmten Obertones beeinflusst werden soll, kann nach Berechnung der Stellen im Didgeridoo, wo für diesen Oberton die Luftbewegung am größten ist, durch polieren bzw. aufrauen/strukturieren dieser Oberton unterstützt bzw. gedämpft werden. -> Innenoberflächen-Struktur-Tuning (folgt)

Interpreation der Holzdaten:

Die in der folgenden Tabelle zusammengestellten Holz-Daten stellen durchschnittliche Werte dar und sind deshalb nur eine grobe Orientierung. Oft werden die Holzeigenschaften wesentlich mehr durch die Wachstumsbedingungen bestimmt.
So ist die Dichte von Bäumen, die auf nährstoffarmen und trockenen Böden langsam wachsen und dazu noch eine kurze jährliche Vegetationsperiode (z.B. im Gebirge bei niedrigeren Temperaturen) haben wesentlich höher als die Dichte der schnell wachsenden Bäume der gleichen Art auf nährstoffreichen optimalen Böden und langer jährlicher Vegetationsperiode.
Am Beispiel der Roh-Dichte sind auch die minimalen und maximalen gemessenen Dichten eingetragen. Es ist gut zu erkennen, wie groß z.T. die Streuung innerhalb einer Art sein kann.
So kann z.B. eine auf nährstoffarmen Boden langsam gewachsene Birke im Gebirge eine höhere Dichte aufweisen, als eine auf nährstoffreichen Boden schnell gewachsene Eiche in wärmerer Umgebung. Die Dichte steht auch im direkten Zusammenhang mit der Jahresringbreite. Je geringer die Jahresringbreite ist, um so dichter ist auch das Holz. D.h., durch Begutachtung der Wachstumsbedingungen und der Jahresringbreite kann eine Auswahl geeigneter Bäume einer Art getroffen werden.

Fällzeitpunkt:

Nach Möglichkeit sollte der Fällzeitpunkt im Winter liegen, da in dieser Jahreszeit (Vegetationspause) die Bäume den geringsten Wassergehalt haben. Noch besser ist es, sich zusätzlich nach dem Mondkalender zu richten, da der Wasserhaushalt von Bäumen ähnlich wie Ebbe und Flut auch durch die Mondstellung beeinflußt wird. Näheres hierzu steht auf der Website von Johannes Schildkamp --> yedaki.de


Tabelle: Holz-Daten:

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